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Jakobsweg: Via Regia von Naumburg nach Erfurt

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Dirk Neubauer 
  • Mountainbike-tour in Saale-Unstrut: Jakobsweg: Via Regia von Naumburg nach Erfurt
    Mountainbike-tour in Saale-Unstrut: Jakobsweg: Via Regia von Naumburg nach Erfurt
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Teil einer Radreise auf dem Jakobsweg von Berlin nach Santiago de Compostela.

Diese Tour liegt im Bereich einer Wegesperrung und ist daher geschlossen. Aktuelle Infos

geschlossen
schwer
Strecke 79,4 km
7:00 h
1.203 hm
1.119 hm
456 hm
105 hm
Diese Tour führt entlang der burgenreichen Höhen des Saaletals und über die alte Weinstraße ins Thüringer Becken. Noch vor dem Ende der Etappe im "Rom des Nordens" erfahren wir ein Kapitel grausamster deutscher Geschichte auf dem Ettersberg.

Autorentipp

Naumburger Dom, Kleine Saale, Kloster Schulpforte, Saale, Bad Kösen, Rudelsburg, Burg Saaleck, Himmelreich, Sonnenburg, Gradierwerk und Kurpark Bad Sulza, Weinstraße, Schlosspark Ettersburg, KZ-Gedenkstätte Buchenwald, Erfurt (Krämerbrücke, Dom, Severikirche).

In Erfurt gibt es diverse Übernachtungsmöglichkeiten.

Versorgungsmöglichkeiten gibt es unterwegs in Naumburg, Bad Kösen, Rudelsburg, Himmelreich, Sonnenburg, Bad Sulza, Buttelstedt, Buchenwald und Erfurt.

Schwierigkeit
schwer
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
Ettersberg (Buchenwald), 456 m
Tiefster Punkt
Naumburg (Moritzwiesen), 105 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Wegearten

Asphalt 27,97%Schotterweg 8,03%Naturweg 41,56%Pfad 3,47%Straße 15,16%Unbekannt 3,79%
Asphalt
22,2 km
Schotterweg
6,4 km
Naturweg
33 km
Pfad
2,8 km
Straße
12 km
Unbekannt
3 km
Höhenprofil anzeigen

Sicherheitshinweise

Der Weg ist auf etwa 35 km befestigt. Die restlichen 45 km sind unbefestigte Wald-, Ufer- und Feldwege. Teilweise muss man auf den Höhen über der Saale auch mit einigen Treppen rechnen.

Start

Naumburger Dom (121 m)
Koordinaten:
DD
51.154973, 11.803176
GMS
51°09'17.9"N 11°48'11.4"E
UTM
32U 696025 5670794
w3w 
///schach.fernglas.fahren

Ziel

Erfurter Dom

Wegbeschreibung

Vom Dom rolle ich hinunter zur Freyburger Straße. Ich möchte den offiziellen Pilgerweg jetzt für eine Weile verlassen, weil dieser westwärts aus dem Saaletal auf der alten Königsstraße wegführt. Ich möchte lieber weiter an der Saale entlang fahren, da hier einige Burgen und schöne Städtchen auf mich warten, statt der wenig besiedelten dörflichen Landschaft am Pilgerweg in diesem südwestlichen Zipfel Sachsen-Anhalts. Bald biege ich linkerhand in eine Straße ab, die Moritzwiesen. Ausgeschildert ist blau markiert der Saaleradweg. Rechterhand im Tal fließt irgendwo die Saale, dahinter steigen wieder Hügel an. Ich fahre durch die Wiesen und erreiche eine Siedlung. Jetzt halte ich mich linkerhand aufwärts und erreiche die Bundesstraße. Ist das doch nicht Almrich, wie ich vermutet hatte? Egal, ich halte mich rechts, und erkenne wenig später, dass ich noch in Naumburg bin. Almrich ist jedoch wenig später entlang dieser stark befahrenen Straße erreicht. Hier achte ich dann sehr genau auf die Zeichen und nehme bald linkerhand einen kleinen blau markierten Wanderweg, der direkt an der Kleinen Saale entlang führt. Dieser ist zwar nur als Fußweg ausgeschildert, aber ich werde acht geben.

Es fährt sich gut hier im Schatten der Bäume entlang des gurgelnden, kühlen Flüsschens. Der Verkehrslärm von Straßen und Bahn ist fernab entlang der Saale kaum zu hören. Am Gelände des Klosters Schulpforte endet der Weg. Ich betrete das Gelände durch eine kleine gemauerte Öffnung in der efeuberankten Klostermauer. Das Rad schiebe ich über die Wege auf dem Gelände, auch einige Treppen hinauf. Moderne, renovierte Gebäude, alte Kirchen und Lehrgebäude wechseln sich ab. Auch eine Kuppel, die wohl als Sternwarte genutzt wird, ist auf einem alten Gebäude zu sehen. Durch den Haupteingang, der gerade zur Restaurierung eingerüstet ist, verlasse ich das Klostergelände. Die Obstgärten, Wiesen, Äcker und Weingärten, welche ich bisher im Saaletal vorgefunden habe, gehen zum großen Teil auf die Mönche dieses Klosters zurück. Laut Schildern ist dies eine Lehreinrichtung des Landes Sachsen-Anhalt, auch ein Landesweingut befindet sich auf dem Gelände.

Ich überquere die Bundesstraße und halte mich geradeaus weiter entlang der Kleinen Saale, jetzt auch wieder auf dem Saaleradweg. Die Kleine Saale übrigens verdankt ihre Entstehung auch den Mönchen des Klosters Schulpforte und wurde zum Betrieb unzähliger Wassermühlen angelegt. Der blau markierte Wanderweg ist als Feengrotten-Kyffhäuser-Weg bezeichnet, läuft vermutlich wohl von Saalfeld bis zum Kyffhäuser an Saale und Unstrut entlang. Am Ortseingang von Bad Kösen erreiche ich die Bundesstraße wieder und halte mich bis zur Saalebrücke auf ihr. Da es hier eine große Baustelle gibt, hält sich der Verkehrsfluss in Grenzen, so dass ich beinahe ungestört die Saale überqueren und die Bahnlinie unterqueren kann. Schon habe ich die Kösener Lutherkirche erreicht.

Ab hier könnte man über eine Alternativroute mit einem gelben Kreuz markiert wieder den Ökumenischen Pilgerweg erreichen, aber ich möchte weiter im Saaletal bleiben. Die interessanten Stellen liegen unweit von hier. Ich fahre wieder zurück zur Saalebrücke, rechterhand ist ein imposantes Wehr am Zufluss der Kleinen Saale zu sehen, dahinter die weißen Villen der Kurstadt. Hinter der Brücke rolle ich direkt rechterhand in den Park. Hier befinden sich einige technische Denkmale, Radhäuser des ehemaligen Solepumpwerks sowie alte Wassermühlen. Kurz darauf unterquere ich das Kunstgestänge des Gradierwerks, und es arbeitet. Schon erstaunlich, was die Ingenieure vergangener Jahrhunderte allein aus Holz konstruiert haben, und wie gewaltig doch die Kraft des Wassers wirken kann.

Ab hier führen auf dem Weg direkt an der Saale diverse Wanderwegmarkierungen entlang, ich orientiere mich vorerst an einem roten Dreieck, dem Finnewanderweg, der laut Wegweiser zur Rudelsburg und vermutlich auch weiter läuft. Dies ist genau meine Richtung. Der Weg verläuft direkt am Ufer und ist gut fahrbar, linkerhand steigt das Gelände gleich heftig an. Später kommen auch weitere Wanderwegzeichen dazu, grüne, rote und blaue Balken. Laut Pilgerführer soll ich mich an den roten Balken halten.

Nach einer schönen Fahrt durch den Uferwald habe ich den "Campingplatz an der Rudelsburg" erreicht. Hier weisen alle Wanderwegweiser hinauf in den Wald zur Rudelsburg, knapp 2 km sollen es noch sein. Es geht gleich mächtig steil los, das Tacho zeigt über 20% an, auch einige Treppenstufen gilt es zu überwinden. Weiter oben wird es ein wenig gemütlicher, der Weg ist breit und es ergeben sich immer wieder schöne Aussichten auf die Saale und die gegenüberliegenden Höhenzüge sowie zur Ruine der Burg Saaleck, welche hinter einem Bogen des Flusses liegt.

Je höher ich komme, desto felsiger wird der Untergrund, zum Schluss schiebe ich das Rad über die Steine. Dann erreiche ich diverse Mahnmale, einen heroischen Löwen, einen Kaiser-Wilhelm-Obelisken und ein Bismarckdenkmal. Aber einen herrlichen Blick hat man von hier oben auf den tief unter mir in Bögen fließenden Fluss, Rudelsburg und Burg Saaleck im Blick. Die Flaggen der Burgen wehen kühn im Wind. Das letzte Stück folge ich der Asphaltstraße hinauf zur Rudelsburg. Im Innenhof finde ich ein bereits geöffnetes Restaurant. Dort bekomme ich einen Stempel der "Straße der Romanik". Wenn mich nicht alles täuscht, bin ich schon ab Merseburg immer mal wieder auf dieser unterwegs.

Zuerst einmal erkundige ich noch das Burginnere und mache noch ein schönes Foto direkt runter zur Saale, dann schnappe ich mir mein Rad und schiebe es runter in den Burggraben zum Wanderweg. Die Burg Saaleck ist hier angeschrieben und gekennzeichnet als grün markierter Himmelreichweg. Nach einer kurzen Partie auf engem, felsigem Steig habe ich auch schon in einer Talsenke die Straße erreicht, weiche aber gleich wieder auf einen steinigen Weg rechterhand ab, der direkt zur Burg hinauf führt.

Dort nehme ich dann aber gleich den Treppenweg hinunter in den Ort Saaleck. Nahe des Ortsausganges erreiche ich die Zufahrtsstraße zur Burg und rolle in den Ort hinunter, über die Bahn und zur Saalebrücke. Hier ist auch wieder der Saaleradweg markiert. Hinter der Brücke nehme ich gleich die Straße rechts nach Stendorf. Nun soll mein Weg hinauf zur Ausflugsgaststätte Himmelreich führen, welche ich schon länger auf dem bewaldeten Höhenrücken jenseits der Saale sehen konnte. Aber irgendwie verpasse ich wohl das Schild und folge stattdessen der Straße durch den Ort und dann hinauf in den Wald. Ich probiere noch einen schmalen Waldpfad rechterhand, der sich aber im Dickicht verläuft. Ich folge also weiter der Straße bergauf bis zum Waldrand, dahinter erstrecken sich weiterhin bergauf Felder und der blaue Himmel. Außerdem entdecke ich einen Abzweig der Straße nach Himmelreich und gleich darauf eine rote Markierung die zwischen Waldrand und Maisfeld wohl Richtung Himmelreich führen wird.

Diesem Pfad folge ich und erreiche kurz darauf die Berggaststätte. Hier finde ich nun die Wegweiser vor, die nach Stendorf und zu den Burgen weisen. Ich befinde mich hier laut meinem Tacho wieder oberhalb 200 m Höhe. Die Burgen auf der anderen Saaleseite waren wohl ähnlich hoch gelegen. Aber das wird nicht mein letzter Aufstieg aus dem Saaletal für heute gewesen sein, das mitteldeutsche Tiefland habe ich jedenfalls hinter mir gelassen. Ich folge wieder meiner roten Markierung zurück durch den Wald zur eben verlassenen Straße, Bad Sulza ist mit 8 km Entfernung angegeben.

Ich folge der Straße weiter entlang des Waldrandes und ziehe mit dieser auf die Höhe. Als die Straße in einer Rechtskurve abbiegt, folge ich der roten Markierung linkerhand wieder Richtung Wald auf einer Spur auf dem Ackerrain. Ich ziehe mit der Spur westwärts, rechterhand liegt ein weiter Acker, auf der Höhe zeigen sich Bäume einer vermutlichen Allee. Linkerhand neigt sich das Gelände zügig hinab, dort unten fließt irgendwo die Saale. Ich erreiche einen Querweg, aus der holprigen Spur am Ackerrand wird endlich ein besserer Feldweg, die rote Markierung ist im Gegensatz zur bisherigen Strecke beinahe vorbildlich oft zu finden.

Rechterhand scheint das Getreide in den Himmel zu wachsen, ein fließender Übergang zum blauen Himmel mit Schäfchenwolken am Horizont. Einen Weg abwärts ins Tal nach Heringen ignoriere ich und rolle mit der erreichten Straße an Sonnendorf vorbei, Thüringen ist jetzt erreicht. Eine Straße überquere ich und dann geht es auf Asphalt der Markierung folgend schön am Hang entlang oberhalb der Weinreben zur Ausflugsgaststätte Sonnenburg. In Gestalt einer mittelalterlichen Burg zeigt sich mir diese.

Ich folge der grünen Markierung auf einen schmalen Fußpfad hinunter nach Bad Sulza. Er ist steil und verläuft in vielen Kehren hinunter in den Ort. Dies wird mein letzter Abstieg ins Saaletal. Unten treffe ich auf einen Wegweiser, die Rudelsburg liegt nun bereits 9 km hinter mir, Weimar befindet sich in etwa 30 km Entfernung. Weimar möchte ich zwar nicht erreichen, aber der Ettersberg mit der KZ-Gedenkstätte Buchenwald oberhalb der Stadt steht heute noch auf meinem Programm.

Am Bad Sulzaer Gradierwerk vorbei rolle ich vor zur Hauptstraße. Dieser folge ich rechterhand über eine Anhöhe hinweg vorbei an Kurkliniken und Therme zur Altstadt des Kurortes. Am Markt rolle ich in den Ort hinein bis zur Kirche. Diese ist eine offene Kirche, einen Stempel finde ich jedoch nicht. Nach dem kurzen Stopp in der kühlen Kirche rolle ich zurück zum Marktplatz und suche mir den Weg zur Touristeninformation unten im Kurpark. Dort bekomme ich einen Stempel der Kurgesellschaft.

Ich folge nun der Eckartsbergaer Straße, die rechterhand des Marktes auf Kopfsteinpflaster steil aufwärts Richtung Auerstedt führt, 18% sind auf dem Straßenschild angegeben. Aber ganz so arg kommt mir der Anstieg nicht vor, nur lang ist er. Auf der Höhe dann weiche ich linkerhand in einen Feldweg aus, der nun für gut 17 km beinahe schnurgerade westwärts auf dem Höhenrücken verläuft, ohne eine Ortschaft zu berühren. Dies ist die alte Weinstraße, aber besonders hier am Anfang eine äußerst holprige Angelegenheit. Zumindest habe ich hier oben auf dem Höhenrücken meilenweite Sichten ins Gelände beidseits, der Wind bläst mir stark ins Gesicht und ich holpere über die Traktorenspuren.

Die Spuren entwickeln sich zu einem richtigen Feldweg direkt auf der Höhe, immer wieder unterbrochen von riesigen Pfützen. Links und rechts breiten sich Weizen und Hafer aus, immer wieder queren ähnlich holprige Feldwege meine Spur, der blaue Himmel leuchtet. Ich quere auf meiner Weiterfahrt auf der alten Weinstraße auch einige Straßen, der Untergrund wechselt auch mal zu alten Platten oder Schotter. Stetig bleibt nur der Wind und die Richtung. Hin und wieder erkenne ich in den Tälern Kirchtürme, auf den Feldern fahren Erntemaschinen, ich genieße ansonsten die Ruhe und Einsamkeit. Es war eine gute Entscheidung für die Saaleburgen und diesen Weg statt der Originalroute.

Zwischendurch passiere ich auch mal einen Wegweiser, der mir diese Route als Weinstraße anzeigt. Der Weg, der hier quert, führt nach Zottelstedt bzw. Nirmsdorf. Dann endet der Weg letztlich an einer Betonstraße, vor mir zeigt sich nur ein Stoppelfeld. Ich folge der Betonstraße hinab nach Nermsdorf, der Korpus einer alten Mühle rückt in mein Blickfeld. Im Dorf rolle ich linkerhand bis zur Kirche vor. Am schön angelegten Dorfweiher finde ich dann wieder eine Pilgermuschel, bin also wieder auf dem Ökumenischen Pilgerweg und folge einem Wiesenweg aus dem Dorf hinaus.

Der Wiesenweg zieht sich als kleiner Pfad entlang eines Baches. Über das Gras rolle ich auf den nächsten Ort zu, dessen Kirche bereits in Sicht ist, Buttelstedt. Ich rolle zügig in den Ort hinunter bis vor zur Kirche. Zu dieser steige ich hinauf, daneben befindet sich der Marktplatz und ich finde einen kleinen Einkaufsladen. Ich folge danach der Bundesstraße durch den Ort und nehme dann die Straße rechts nach Schwerstedt. Am Ende des Ortes wechsle ich auf den Radweg, der auf dem stillgelegten Bahndamm rechterhand der Straße von Hecken umschlossen verläuft. Durch Schwerstedt rolle ich durch an der Kirche vorbei. Am Ende des Ortes halte ich mich auf einem üblen Feldweg linkerhand und holpere übers Gras Richtung Stedten. Entlang einiger alter Landmaschinen erreiche ich den Ort. Ich rolle vor zur kleinen, aber hübschen Kirche. Im Fenster findet man Hinweise für die Herberge, auf dem Fußweg zum Eingang befindet sich eine gepflasterte Jakobsmuschel.

Ich halte mich nicht lange auf, sondern rolle vor zur Dorfstraße. Auf dieser rechts entlang setzt sich nun der Pilgerweg fort. Ich möchte diesen jedoch hier verlassen, um den bewaldeten Berg vor mir zu erklimmen, den Ettersberg. Auf diesem befindet sich das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald, der Berg befand sich schon seit einiger Zeit in meinem Blickfeld. Ich folge dem Feldweg geradeaus richtig bergan. Den Ort Ettersburg erreiche ich an einer Wohnsiedlung, überquere eine Landstraße und nahme dann Kurs auf Schlosskirche und Schloss. Durch den Schlossgarten nehme ich auf den Parkwegen Kurs auf den Wald.

Hier geht es stetig weiter hinauf, bis ich schließlich durch ein Tor komme. Hier betrete ich den Ruhewald, unzählige metallene Stelen fallen mir zwischen den Bäumchen auf. Hier wurden die Opfer verscharrt, die während der Nachkriegszeit umkamen, als das Lager von den sowjetischen Truppen weiter genutzt wurde. Am Ende des Ruhewalds erreiche ich die Überreste des ehemaligen Lagerzauns, rechterhand an diesem entlang erreiche ich eine Freifläche mit diversen Gebäuden und sonstigen Überresten. Hier sind Museen untergebracht, ich halte mich linkerhand der Fläche. Ich schiebe mein Rad, da ich das gesamte Gelände als Friedhofsboden betrachte. Hier spielte sich ein ganz düsteres Kapitel der deutschen Geschichte ab, diesem werde ich mit Ehrfurcht begegnen.

Am oberen Ende ist der Lagerzaun zu Anschauungszwecken restauriert, ich passiere das ehemalige Bärengehege des SS-Zoos. Am Lagereingang sitzt ein Pförtner, der vermutlich Eintrittskarten verkauft. Eine nähere Besichtigung des Geländes habe ich nicht vorgesehen, einen Stempel kann ich hier nicht bekommen, sondern weiter vorn am Informationszentrum. Ich folge dem Weg weiter bis vor zu einer Straße. Auf dieser links weiter hinauf erreiche ich einen großen Parkplatz mit diversen Gebäuden, unter anderem der Information. Dort bekomme ich einen Stempel der Gedenkstätte. Hier oben habe ich die bisher höchste Stelle meiner Tour auf über 450 m erreicht.

Auf der Straße rolle ich zurück bergab und kurz vor einer Rechtskurve fahre ich links in den Wald gemäß meiner Routenbeschreibung. Der Weg ist völlig zugewachsen, nur einige Tiere scheinen hier noch zu verkehren. Ich schiebe mein Rad durch das Gestrüpp, hebe es über Totholz und meine Waden machen wieder Bekanntschaft mit diversen Kletten, Brombeeren und Brennesseln. Irgendwann habe ich dann den Waldrand erreicht und schiebe durch hohes Gras über eine Lichtung an einem weiteren Waldrand entlang. An dessen Ende habe ich dann einen herrlichen Blick ins Thüringer Becken. Am Horizont zeigt sich der Kamm des Thüringer Waldes.

Rechterhand am Waldrand entlang folge ich nun der grünen Markierung eines Lehrpfades. Ein kurzes Stück geht es noch durch den Wald und dann zieht der Weg über die Felder zügig hinab zum nächsten Ort, Ottstedt, hier rolle ich dann links entlang durch den ganzen Ort, überquere die Durchgangsstraße. Am Ende des Ortes halte ich mich rechts am Wolfsbach entlang. Der Weg ist eigentlich nur eine holprige Spur übers Gras. Letztlich erreiche ich eine Landstraße, auf der ich links entlang nach Niederzimmern gelange. Bevor ich den Ort erreiche, kann ich linkerhand noch einen Blick auf das Buchenwaldmahnmal werfen.

Auf einem Hügel linkerhand des Ortes befindet sich ein schöner Turm. In den Ort rolle ich zügig hinab bis durch zur Kirche. Hier weiche ich von der Hauptstraße westwärts ab und verlasse mit der Straße "Auf dem Sand" den Ort. Die Straße zieht bald als Weg westwärts nach Wallichen. Hier erreiche ich den Ökumenischen Pilgerweg wieder und halte mich mit ihm südwärts auf der Straße nach Vieselbach, nun wieder der Muschelmarkierung vertrauend. Dieser Ort gehört schon zur Stadt Erfurt. An einer Kleingartensparte und einem Gewerbegebiet entlang erreiche ich eine breite Straße und folge dieser nordwärts bereits wieder aus dem Ort hinaus.

Kurz darauf geht es linkerhand auf Asphalt hinaus auf die Felder, abweichend von der Kartenroute bleibe ich aber nun geradeaus und fahre auf eine übermächtige Überführung zu, die über eine neu gebaute ICE-Strecke führt. Ich erreiche auf dem Schotterweg bald Kerspleben und rolle hier durch bis zur Kirche. Über den Friedhof gelange ich zur Durchgangsstraße, auf dieser bzw. dem begleitenden Radweg halte ich mich nun Richtung Erfurt. Entlang von Gewerbegebieten rolle ich auf der Leipziger Straße in die Stadt ein.

An der Kaufmannskirche am Anger erreiche ich dann endlich den Ring und rolle geradeaus in die Innenstadt ein. Am Ende der Maienbergstraße finde ich linkerhand die Touristeninformation und hole mir dort erst einmal einen Stempel, die Lutherrose. Nun laufe ich mit dem Rad über die Krämerbrücke, nördlich der Alpen die einzige mit Fachwerkhäusern bebaute Brückenanlage. Ein historisches Straßenschild weist hier auf die Via Regia hin. Über die Marktstraße gelange ich dann zum Domplatz. Ich erklimme die große, breite Treppe hinauf zum Dom im "Rom des Nordens". So wurde Erfurt im Mittelalter wegen der vielen Gotteshäuser bezeichnet.

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Naumburg ist ein Haltepunkt auf der IC-Strecke Frankfurt - Berlin bzw. Frankfurt - Leipzig.

Anfahrt

A 9 Abfahrt Naumburg und dann B 180.

Parken

diverse Parkplätze im Altstadtbereich.

Koordinaten

DD
51.154973, 11.803176
GMS
51°09'17.9"N 11°48'11.4"E
UTM
32U 696025 5670794
w3w 
///schach.fernglas.fahren
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Kartentipps für die Region

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Ausrüstung

Trekkingrad oder Mountainbike (auch mit Gepäck).

Fragen & Antworten

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Bewertungen

5,0
(1)
Outdooractive Redaktion
20.03.2013 · Community
Hallo Dirk, Deine Tour ist eine Top-Tour! Wie sie zur Top-Tour der Woche wird erfährst Du hier: Top-Tour der Woche. Matthias aus der outdooractive.com Redaktion.
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Status
geschlossen
Bewertung
Schwierigkeit
schwer
Strecke
79,4 km
Dauer
7:00 h
Aufstieg
1.203 hm
Abstieg
1.119 hm
Höchster Punkt
456 hm
Tiefster Punkt
105 hm
mit Bahn und Bus erreichbar aussichtsreich geologische Highlights Kultur Flora Von A nach B Gipfel-Tour

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Statistik

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Karten und Wege
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Abstieg  Hm
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