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Jakobsweg: Via Regia von Leipzig nach Naumburg

· 2 Bewertungen · Mountainbike · Leipzig
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Dirk Neubauer 
  • Mountainbike-tour in Leipzig: Jakobsweg: Via Regia von Leipzig nach Naumburg
    Mountainbike-tour in Leipzig: Jakobsweg: Via Regia von Leipzig nach Naumburg
    Video: Outdooractive – 3D Videos
Teil einer Radreise auf dem Jakobsweg von Berlin nach Santiago de Compostela.
schwer
Strecke 95,3 km
7:00 h
717 hm
686 hm
230 hm
83 hm
Diese Tour führt durch das Leipziger Becken längs der Via Regia westwärts entlang der Luppe bis nach Sachsen-Anhalt. Weiter geht es entlang der Heerstraße durch das ehemalige Braunkohlenrevier Geiseltal und entlang der Salzstraße zurück zur Via Regia. Über die Alte Göhle gelangen wir ins Unstruttal mit Weinbergen und historischen Stätten.

Autorentipp

Leipzig (Propsteikirche, Rosental, Auwald), Via Regia, Luppe, Sieben-Seen-Land, Merseburg (Saale, Schloss, Neumarkt, Dom), Heerstraße, Geiseltal, Jakobskirche Mücheln, Salzstraße, Straße der Braunkohle, Napoleonseiche, Alte Göhle, Fürstenweg, Freyburg, Unstruttal (Weinberge), Schloss Neuenburg, Steinerne Bibel, Saale, Naumburg (Marientor, Marienkirche, Dom).

In Naumburg gibt es diverse Übernachtungsmöglichkeiten.

Versorgungsmöglichkeiten gibt es in Leipzig, Merseburg, Mücheln, Braunsbedra, Freyburg, im Blütengrund und in Naumburg.

Schwierigkeit
schwer
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
Burgholz, 230 m
Tiefster Punkt
Saale (Merseburg), 83 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Wegearten

Asphalt 35,43%Schotterweg 21,75%Naturweg 17,56%Pfad 8,59%Straße 14,59%Fähre 0,04%Unbekannt 2,01%
Asphalt
33,8 km
Schotterweg
20,7 km
Naturweg
16,7 km
Pfad
8,2 km
Straße
13,9 km
Fähre
0 km
Unbekannt
1,9 km
Höhenprofil anzeigen

Sicherheitshinweise

Der Weg ist auf etwa der Hälfte der Strecke befestigt. Die andere Hälfte besteht aus unbefestigten Wald-, Ufer- und Feldwegen.

Start

Leipziger Hbf (109 m)
Koordinaten:
DD
51.344080, 12.380536
GMS
51°20'38.7"N 12°22'49.9"E
UTM
33U 317569 5691346
w3w 
///duden.runde.baustoff

Ziel

Naumburger Dom

Wegbeschreibung

Ich starte am Leipziger Hauptbahnhof. Da ich die Leipziger Innenstadt bereits erkundet habe, spare ich mir den Schlenker des Ökumenischen Pilgerweges zur Nikolai- und Thomaskirche. Ich verlasse die Stätten der friedlichen Revolution von 1989. Der Ökumenische Pilgerweg orientiert sich jetzt westwärts an der Via Regia, einer ehemaligen Reichsstraße. Ich nehme den Stadtring und biege dann rechterhand in die Jacobsstraße ab, die ersten Jakobsmuschelzeichen tauchen auf. Die Via Regia verlief ehemals eigentlich westwärts auf der heutigen B 87. Ich ziehe Richtung Rosental an der unspektakulären katholischen Trinitatiskirche vorbei.

Ich folge der Straße linkerhand des Parks, die am heutigen Morgen nicht wenig befahren ist. Pilgerzeichen fallen mir keine auf, vermutlich führt der Pilgerweg auf einem Fußweg durch den Park zu meiner Rechten. Viel weiter nördlich in diesem grünen Gelände hier befindet sich auch der Leipziger Zoo. An der nächsten großen Kreuzung halte ich mich rechts auf dem beginnenden Radweg neben der Straße und biege bald darauf links in eine alte Plattenstraße ab, die zu einem Klärwerk führt. Somit lasse ich den lauten Berufsverkehr Leipzigs hinter mir. Am Klärwerk fahre ich vorbei und dann kommt auch bald wieder eine Muschelmarkierung an einem Fußweg aus dem Wald.

Ich quere die Weiße Elster auf einer unspektakulären Brücke. Dann führt der Weg auch bald über die Neue Luppe, einen kanalartig gestalteten Fluss. Rechterhand ist die Brücke der ICE-Strecke Leipzig-Erfurt zu sehen. Bevor ich die Strecke unterquere, überquere ich noch die Kleine Luppe. Der Weg führt bald an einer weiteren Bahnlinie entlang und an der nächsten Kreuzung halte ich mich unter der Bahn hindurch. Und siehe da, auf der anderen Seite sehe ich wieder Muschelmarkierungen, die rechterhand in den Wald weisen. Der Weg führt zur Kleinen Luppe und dann schön auf dem Deich an dieser entlang. Ich quere noch eine Straße und hinter einem Flutwehr weist dann die Markierung in den Wald. Auf einem gut fahrbaren, breiten Waldweg geht es geradewegs Richtung Westen. Später gelangt der Weg dann an die Neue Luppe und führt wieder als schöner Schotterweg auf der Deichkrone entlang.

Ich quere bald wieder eine Straße und dann führt der Weg hinter den Deich, es fährt sich bald beschwerlicher aufgrund des nassen, weichen Bodens. Irgendwann habe ich dann das Glück und weiche kurz hinter einer Fußgängerbrücke linkerhand in den Wald aus. Ein kleiner Pfad bringt mich bald zu einer Straße, mit welcher ich an der Domholzschänke vorbei aus dem Wald gelange. Bald überquere ich eine Bundesstraße und gelange nach Kleinliebenau. Hier rolle ich durch zur Rittergutskirche. Daneben befindet sich die Pilgerherberge, wo man einen Stempel bekommen kann. Kurz nachdem ich Kleinliebenau verlassen habe, erreiche ich wieder Sachsen-Anhalt. Die Straße führt unter der A9 hindurch und ich erreiche auch schon Horburg mit seiner romanischen Kirche. Gegenüber der Kirche geht es in eine Straße, die neben einem Grundstück als schmaler Weg weiter führt. Geradewegs durch den Wald erreiche ich dann eine Kopfsteinpflasterstraße, der ich linkerhand folge.

Bald geht es rechts nach Dölkau und weiter nach Zweimen. Hier fahre ich in den Ort hinein und über eine kleine hölzerne Brücke über die Luppe, welche hier nur noch ein kleiner Bach ist. Ich stehe am Anfang einer Weide, ein kleiner Pilgerrastplatz lädt zum Verweilen ein. Ich rolle jedoch gleich weiter auf einer kaum erkennbaren Fahrspur über die Weide. Linkerhand kommt die Kirche von Zweimen in mein Blickfeld. Ich streife ein Wäldchen und am Waldrand entlang auf einer Ackerspur erreiche ich einen breiten Feldweg. Diesem folge ich in westlicher Richtung, es lässt sich gut fahren. Einen Feldweg, welcher von Zöschen kommt, überquere ich und dann zieht mein Weg in Richtung eines Tagebausees. An dessen südlichem Ufer fahre ich jetzt entlang. Hier ist nach der Rekultivierung wirklich eine komplett umgekrempelte Landschaft entstanden. Ich fahre längere Zeit südlich des Rassnitzer und Wallendorfer Sees entlang. Auf den Wasserflächen sind jede Menge Wasservögel zu sehen. Menschen selbst dürfen nicht ans Ufer heran, alles ist wegen Lebensgefahr als ehemaliger Tagebau abgesperrt. Irgendwann dann mal weist die Muschelmarkierung nach links und ich passiere den Ort Luppenau, erreiche wieder Asphalt. In einer markanten Rechtskurve weiche ich bereits wieder von der Straße ab und ein wildromantischer Pfad innerhalb einer heckenartigen Baumreihe beginnt, der mich bis zur B 181 führt. An dieser entlang nehme ich nun den begleitenden Radweg Richtung Merseburg.

Noch vor Erreichen der eigentlichen Stadt nach dem ersten Gewerbegebiet biege ich rechterhand ab in die Dorfstraße von Meuschau. Markiert ist hier nicht, da es sich um eine Alternativroute handelt. Bald geht es linkerhand auf Schotter an einem Sportplatz vorbei zu einer kleinen Fußgängerbrücke über den Saalekanal. Am Wasser entlang rolle ich vor zur Neumarktbrücke, dabei habe ich einen schönen Blick auf die erhabene Silhouette von Schloss und Dom oberhalb von mir. Dort hinauf führt der markierte Pilgerweg auf einer großen und langen Treppe. Ich folge stattdessen der Radwegemarkierung an der Saale entlang durch den Park am Ufer und nutze die erste machbare Möglichkeit für mich, den Schlosspark oberhalb fahrend zu erreichen. Der Weg ist mit über 20% zwar immer noch äußerst steil, aber gar nicht mal so lang. Durch Garten und Hof des Schlosses hindurch erreiche ich dann den Merseburger Dom. Drinnen bekomme ich einen schönen Stempel. Außerdem dürfen Pilger sich den Dom kostenlos anschauen.

Wieder draußen folge ich den Muschelzeichen hinunter in die Stadt und rolle hier zum Markplatz. Die Landschaft westlich und südlich von Merseburg weist nur noch wenige Anhaltspunkte für alte Wege auf, da sie durch den Tagebau vollständig verändert wurde. Heute werden die stillgelegten Gelände zum großen Teil wieder der Natur überlassen. Ich möchte dieses Gebiet jedoch nicht verlassen, ohne mir diese Tagebauseen aus der Nähe angeschaut zu haben. Vormittags konnte ich schon kurze Blicke auf zwei Seen werfen, nun werde ich die Route des Ökumenischen Pilgerweges vorerst verlassen, um mir die Bergbaufolgelandschaft des Geiseltals näher anzuschauen. Dazu werde ich der alten Heerstraße folgen.

Durch die Fußgängerzone spaziere ich vor zum Gotthardteich und nehme die Teichstraße rechterhand von diesem. Diese wird zur Klobikauer Straße und führt geradewegs Richtung Westen aus Merseburg heraus. Bald habe ich die Mischung aus Plattenbauten und Einfamilienhäusern verlassen und fahre auf einem neu angelegten Radweg auf einem Höhenzug inmitten riesiger Felder. Über die A38 fahre ich, der Blick schweift über weite, wellige Felder, kaum Baum oder Strauch, keine Ortschaften. Die Landschaft hat in den gut 100 Jahren Bergbau ihre Geschichte verloren, so scheint es.

Ich quere immer wieder Wege, die mir zumindest anzeigen, dass links und rechts des Höhenzuges, auf dem ich mich befinde, auch Ortschaften existieren. Aber die Wegweiser nennen größere Kilometerangaben. Irgendwann weisen die Radwegweiser linkerhand zum Geiseltalsee, ich aber bleibe der Kartenroute treu geradeaus und erreiche nach einiger Zeit den schon lange sichtbaren bewaldeten Hügel. Hier geht es leicht aufwärts, noch immer auf Asphalt. Rechterhand ergibt sich nochmal ein Blick auf die endlosen Felder und die etwas entferntere Kiche von Klobikau.


Der Weg führt aufwärts, in einer Spitzkehre auf Asphalt bleibend geht es weiter aufwärts. Zur bisherigen Muschel der Variante des Ökumenischen Pilgerwegs kommt die übliche Muschelmarkierung des Jakobswegs dazu. Vermutlich steht diese für den anhaltinischen Weg, der nach Mücheln und weiter südlich führt. Ich fahre weiter auf Asphalt, der Weg endet an einem großen Parkplatz.

Daher nehme ich schon zuvor einen unbefestigten Weg an einer Schranke vorbei rechts den Abhang hinauf. Ab einer Spitzkehre steigt er nur noch mäßig bergan. Nach einer ganzen Weile Fahrt durch die wilde Buschlandschaft erreiche ich den gesperrten Aussichtsturm. Aber auch von dessen Fuss habe ich einen herrlichen Blick auf die wilde Landschaft und kann sogar die blinkende Wasseroberfläche des Geiseltalsees erkennen. Ich befinde mich hier auf etwa 200 m Höhe, zwar nicht viel, aber die bisher höchste Stelle auf meiner Tour. Kurz vor dem Aussichtsturm führt ein sandiger, später schottriger Weg steil hinab bis zu einem asphaltierten Weg. Dies ist der Rundweg um den Geiseltalsee.

Ich folge diesem im Auf und Ab, linkerhand ergibt sich ein toller Ausblick zum See und dem dahinter liegenden Land. Ich erreiche den Weinberg, mit 214 m die höchste Stelle oberhalb des Sees. Laut Wegweiser ist der Merseburger Dom nur 11 km entfernt, das Müchelner Rathaus nur 4 km und Freyburg an der Unstrut nur 13 km. Aber das sind nur Luftlinienentfernungen. Der Geiseltalsee befindet sich 116 m unter mir. Ich rolle weiter auf dem Seenrundweg, ab jetzt abwärts, vorbei an einem halbfertigen Turm. Daneben liegt ein großer Stein im Gras mit einer unübersehbaren Jakobsmuschel.

Unterhalb auf den Wiesen vor dem See weiden Rinder, das ganze Gelände ist entweder wegen Lebensgefahr als ehemaliges Tagebaugelände oder wegen der Tiere gesperrt. Der Asphaltweg führt bald zügig in engen Kurven äußerst steil hinab. Ich fahre weiterhin zügig dahin, erreiche bald eine Straße und auf dieser entlang bald einen Parkplatz. Von diesem weist ein Wegweiser zu einem Aussichtspunkt, ich folge jedoch weiter der Beschilderung des Seenrundwegs und erreiche wenig später die Marina von Mücheln. Hier finde ich auf dem Asphalt Zeichen, die entfernt an eine Muschel erinnern und gelb umpinselt sind. Diese führen eine lange Treppe hinauf zum Ort. Ich nehme die Zufahrtsstraße der Marina und oberhalb einen Radweg, der wenig später oberhalb der Treppe unter Straße und Bahn hindurch in den Ort führt.

Ich folge den Zeichen auf dem Boden, bis ich am Marktplatz vor der Alten Post an der Touristeninformation angelangt bin. Drinnen werde ich aufgeklärt, dass dies keine Muschelsymbole sind, sondern die stilisierten Spuren des Chiroteriums, eines Urzeitviechs, dessen Abdrücke man im Tagebau gefunden hatte. Ich bekomme einen Stempel der Saale-Unstrut-Radwanderregion. Ich stiefele weiter hinauf zur Jakobskirche. Die Pilgerherberge wird ehrenamtlich geführt und ist ein schönes, altes verwinkeltes Haus nahe der Kirche. Dort bekommt man einen Pilgerstempel.

Von der Kirche aus suche ich den Weg zurück zum Ökumenischen Pilgerweg, denn ich möchte nicht dem Anhaltinischen Jakobsweg folgen. Laut Pilgerführer soll ich der Alten Salzstraße folgen. Ich laufe durch den Park und nehme dann die erreichte Hauptstraße wieder Richtung See. Am Kreisverkehr halte ich mich rechts auf der Landstraße Richtung Merseburg. Auf dem begleitenden Radweg durchquere ich die nächsten Orte. Vermutlich hätte ich auch wieder zum See hinunter fahren und dem Seenrundweg weiter folgen können. Aber in meiner Karte ist dieser nicht eingezeichnet und somit bin ich mir nicht sicher, ob ich den Absprung nach Roßbach von da aus schaffen würde.

Das Verkehrsaufkommen ist nicht gerade gering, aber auf dem Radweg geht es. Hinter Braunsdorf gibt es keinen Radweg mehr und ich fahre direkt auf der Straße. Nach Großkayna geht eine Straße ab und kurz danach weist die Muschelmarkierung rechterhand ins Gebüsch, ich habe den Pilgerweg scheinbar wiedergefunden. Der Weg ist aber sicher mal in besserer Verfassung gewesen, völlig zugewachsen liegt er vor mir, ich schiebe das Gesträuch beim Laufen mit meinen Armen beiseite, fahren wäre zu gefährlich.

Bald bin ich bis zum Runstedter See durchgestoßen und folge jetzt dem Uferradweg. Am Anfang der Bebauung des Ortes unterquere ich die Landstraße und folge dem Radweg südwärts parallel zur Landstraße Richtung Lunstädt. An einem Parkplatz streife ich kurz die Landstraße, kurz darauf weiche ich der Muschelmarkierung folgend nach rechts vom Seenrundweg um den Großkaynaer See ab und überquere bald die Landstraße. Bald zieht der Weg Richtung Westen, ein neu angelegter asphaltierter Radweg.

Dann geht es weiter, der Weg überquert einige Landstraßen und zieht wieder südwärts. Ich erreiche Roßbach und ziehe die Straße hinauf südlich durch den Ort. Dann finde ich eine Markierung einer Pilgerherberge am Wegesrand. Dies war mir heute morgen schon in Kleinliebenau aufgefallen, dass auch die Herbergen mit einer Markierung eines gelben Häuschens auf blauem Grund versehen sind, so wird man direkt am Weg darauf aufmerksam gemacht. Diese Herberge befindet sich in einem Privathaus, nur leider ist sie derzeit aus technischen Gründen geschlossen, so bekomme ich auch keinen weiteren Stempel.

Weiter zieht die Route bergan bis zu einem alten Fabrikgebäude, ein Wegweiser zeigt mir, dass der Geiseltalsee 10 km hinter mir liegt. Die Route zieht auf einem breiten Schotterweg westwärts entlang der Kuhweiden zu einer Landstraße und darüber hinein nach Pettstädt. Durch den Ort rolle ich hindurch bis hinauf zur alten Ziegelei. Die Feldstraße hier scheint umgewidmet zu sein, zumindest finde ich ein neues Straßenschild mit der Bezeichnung "Am Jakobsweg" vor. Weiter fahre ich westwärts auf dem Höhenweg über Brommerberg und Goldberg anfangs auf alten Platten. Große Windräder nehmen den Wind auf, der aus dem weiten Land herüberweht. Nach vier Kilometern entlang der Getreidefelder mit weiten Sichten ist auf einem Grasweg der Rand der „Alten Göhle“ erreicht. Durch dieses Waldstück muss ich durch, halte mich jedoch erst kurz rechts am Waldrand entlang. Lokale Wanderwegmarkierungen sind neben der Muschelmarkierung zu finden, die Napoleonseiche wird ausgewiesen.

Durch die Alte Göhle führt mich ein schöner Waldweg, der Fürstenweg, teilweise etwas matschig. Die Beschilderung ist gut, Freyburg ist bereits angeschrieben. Mitten im Wald finde ich den Horchhügel, nur einen kleinen Erdwall. Früher aber soll hier ein Lustschloss samt Lustgarten gestanden haben. All dies Land gehörte den Wettinern. Auch die Heilige Elisabeth wird erwähnt. Nach Verlassen des Waldes fahre ich noch ein Stück am Waldrand entlang, überquere dann eine Bundesstraße und folge der Markierung ins Burgholz, einem kleinen Wäldchen. Der Weg ist völlig zerfahren von Forstfahrzeugen und ich muss schieben. Hier passiere ich übrigens die bisher höchste Stelle der Tour von gut 230 m. Auf einem alleeartigen Weg fahre ich dann vorüber an Edelacker. Dieser kleine Ort gehört zum Schloss Neuenburg, welches oberhalb des Unstruttals thront. Noch sehe ich es aber nicht, lege es auch nicht drauf an. Den Marsch durch das Burgholz hätte ich mir auch sparen können, ein guter Feldweg führte um das Wäldchen herum.

Ich gelange nun an die Weinberge des Unstruttals und habe einen schönen Ausblick auf Freyburg. Steil führt der Pilgerweg nun durch die Weinberge hinab, der Weg ist schmal, anfangs noch ummauert und mit vielen Treppenstufen versehen. Weiter unten schiebe ich das Rad auf dem engen Pfad in vielen Kehren durchs Gesträuch, ein Hauch von Gebirgspfadfeeling kommt auf. Ich erreiche das idyllische Freyburg an einer ruhigen Straße und rolle Wegweisern folgend zum Marktplatz, weiter zum Dom und zur Unstrut.

Da ich keine Markierung finde, folge ich der Straße linkerhand des Flüßchens, auch der Unstruttalradweg ist markiert. Nach Verlassen der Stadt kann ich oberhalb des Tals die Neuenburg erkennen. Bald darauf verlässt der Radweg die Straße, ich unterquere eine Bundesstraße und rolle durch die Felder längs der Unstrut. Das Tal öffnet sich und eine weite Ebene erstreckt sich vor mir. Dann passiere ich den Ort Großjena. Hier hat einst der alte Pilgerweg den Fluss überschritten, ich folge weiter dem Unstruttalradweg und passiere die Steinerne Bibel. In den Terrassen der Weinberge sind einige Passagen der Bibel bildlich festgehalten, vornehmlich solche, wo es sich um den Wein dreht.

Kurz danach erreiche ich die Fähre im Blütengrund, hier fließen Unstrut und Saale zusammen. Am Holzhäuschen oberhalb der Fähre findet man diverse Hochwassermarken der Saale. Mit Kreide ist der Stand vom 03.06.2013 angezeichnet und er übertrifft die bisherige höchste Stelle von 1994 noch um einige Zentimeter. Jetzt liegt der Fluss aber friedlich vor mir. Ich läute die Glocke, bald darauf kommt der Fährmann heraus und bringt mich über den hier durchaus schmaleren Fluss. Die Einmündung der Unstrut ist vom Wasser aus gut zu erkennen. Der Blütengrund ist ein idyllisches Plätzchen, umgeben von den Weinbergen, vollkommen im Grünen, die Vögel zwitschern...

Ich folge kurz einer Kopfsteinpflasterstraße vom Fluss weg und biege dann auf einen Fußweg ein, der mich Richtung Naumburg führt. An der Bahnlinie finde ich rechterhand einen Fußgängertunnel und steige auf der anderen Seite eine Treppe hinauf nach Naumburg, welches ich an einer Straße am Stadtrand erreiche. Ich halte mich auf der Straße am Rande der Stadt linkerhand entlang und nehme dann die Humboldstraße durch die Vorortsiedlung Richtung Zentrum. An einem großen Platz quere ich den großen Kreisverkehr Richtung Innenstadt.

Der Pilgerweg verläuft jetzt direkt durch das historische Marientor in die Stadt und bis vor zum schön hergerichteten Marktplatz. Hier befindet sich die Touristeninformation, dahinter finde ich die Wenzelskirche, welche ich umrolle. Weiter führt mich der Weg zum Naumburger Dom.

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Am Leipziger Hbf fahren diverse ICE, IC und Regionalzüge.

Anfahrt

Leipzig ist über die A 9, A 14 und A 38 zu erreichen.

Parken

Park und Ride am Leipziger Hbf.

Koordinaten

DD
51.344080, 12.380536
GMS
51°20'38.7"N 12°22'49.9"E
UTM
33U 317569 5691346
w3w 
///duden.runde.baustoff
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchtipps für die Region

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Kartentipps für die Region

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Ausrüstung

Trekkingrad oder Mountainbike (auch mit Gepäck).

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Bewertungen

4,5
(2)
Thomas Wummel
02.06.2019 · Community
Perfekte Tour. Wir sind von Delitzsch aus gestartet. Über Werbeliner See Schladitzer See bis zur Auwald Station dann zur Strecke gestoßen. Top Tour. Nur am Schloss Merseburg kurz den Überblick verloren. Aber gut wieder rein gefunden. Tour sehr zu empfehlen. Übernachtet haben wir in Naumburg im alten Felsenkeller. Zurück ging es den Saale Rad Weg nach Delitzsch
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Outdooractive Redaktion
19.03.2013 · Community
Hallo Dirk, Deine Tour ist eine Top-Tour! Wie sie zur Top-Tour der Woche wird erfährst Du hier: Top-Tour der Woche. Niklas aus der outdooractive.com Redaktion.
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Fotos von anderen


Bewertung
Schwierigkeit
schwer
Strecke
95,3 km
Dauer
7:00 h
Aufstieg
717 hm
Abstieg
686 hm
Höchster Punkt
230 hm
Tiefster Punkt
83 hm
mit Bahn und Bus erreichbar aussichtsreich Flora Kultur Von A nach B geologische Highlights

Wetter am Startpunkt der Tour

Statistik

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Karten und Wege
Strecke  km
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